Ist Sperma nachweisbar?
Kann man Sperma nachweisen? Kann man Vaginalsekret nachweisen? Wie finde ich heraus, ob er mich betrügt?
Im Labor der Detektei und Forensik Leutz ist man stets bemüht, im Auftrage unserer privaten Kunden genau diese Fragen zu klären.
Nachweis von Sperma
In der Regel finden unsere Kunden Kleidungsstücke mit auffälligen Flecken, die wir als Antragungen beurteilen. Geruchsproben, Geschmacksproben, Sichtproben unter einfachem UV Licht geben wenig bis keine zuverlässigen Antworten. Es besteht der Verdacht der Untreue. Nun- wenn mal scheinbar Spermaspuren in der Unterhose des Mannes zu finden sind, ist das noch lange kein Grund, misstrauisch zu werden. Kommen dann jedoch weitere Indikatoren ins Spiel, wie z.B. veränderte Arbeitszeiten, ungewöhnliches Verhalten, wie Verbergen des Handys, Löschen von Verläufen, Änderung vom Kleidungsstil, veränderte Hygiene (Mann geht sofort nach der Arbeit duschen, sonst hat er erst zu Abend gegessen etc. – ja dann könnte es spannend werden).
Grundsätzlich: der Nachweis von Sperma in einer männlichen Unterhose sollte noch kein erhärtender Verdacht sein.
Im Labor
Auf Grund mehrerer Verhaltensänderungen und wiederholbarer Spurenfindung benötigen Sie Klarheit durch eine Untersuchung im Labor der Detektei und Forensik Leutz.
So gehen wir vor:
Zunächst findet eine makroskopische Untersuchung statt. Unter forensischer Beleuchtung mit einer entsprechenden Wellenlänge und einer bestimmten Photonenenergie beleuchten wir den Spurenträger. Zusätzlich finden bestimmte Filter ihren Einsatz. Durch Lumineszenzen und Fluoreszenzen am Spurenträger erkennen die Laborkräfte die auffälligen, teils latenten (nicht sichtbar mit dem bloßen Auge) die zu untersuchenden Spuren. Diese werden markiert.
Vortests: Hier nutzt das private kriminaltechnische Labor der Detektei und Forensik Leutz den Test auf saure Phosphatase und den sogenannten PSA Test. Nur Männer haben in hoher Konzentration diese Enzyme. Sie dienen dem Transport der Spermatozoen zur Befruchtung der weiblichen Eizelle (einfach gesagt).
Probleme, Zweifel, Sorgen? Wir helfen Ihnen!
Ist denn nun wirklich Sperma vorhanden?
Die markierten Spuren werden nun aufbereitet. Dazu nutzt man destilliertes Wasser. Der Spurenträger selbst wird also auf Wunsch nicht beschädigt. Wenn jedoch mehrere Spuren vorhanden sind und das ist fast immer so, empfiehlt es sich an dieser Stelle, Spuren auszuschneiden, diese im d. Wasser zu spülen, zu filtern und auf Objektträger trocknen zu lassen.
Gleichzeitig benötigt man an dieser Stelle ein Färbemittel. Hier mischen wir aus diesem Grunde zur mikroskopischen Untersuchung ein Reagenz an, bestehend aus Hämatoxylin und Eosin Y sowie Allaun und einer schwachen Säure. Das gibt es aber auch schon in Pulverform vollständig. Diese Lösung muss 12 bis 24 Stunden ruhen und wird anschließend gefiltert. Jetzt geht es weiter:
Es folgt die morphologische und histologische Untersuchung auf Spermaspuren. Mittels HE Anfärbung kann man unter dem Mikroskop nun die Spermatozoen sehr gut mit Kopf, Mittelstück und Schwanz erkennen. In der Regel findet man eher Kopf und evt. Mittelstück, da eingereichte Spuren meist älter als 72 Stunden sind. Jedoch ist für uns besonders der Kopf interessant. Histologisch auffällig, morphologisch unverwechselbar unter der 400 bis 1000 fachen Vergrößerung.
Sperma vorhanden? Na und. Männer haben das mal in der Unterhose. Wie geht es weiter?
Diese wunderbare HE Färbung kann noch mehr! Sie färbt nicht nur Spermazellen an, sondern gibt einen Hinweis auf das Vorhandensein von Vaginalepitehlzellen. Ihre Morphologie und Histologie ist erstaunlich und einzigartig. Diese Zellen zu bestimmen ist kompliziert und ein HE Hinweis reicht uns hier gar nicht aus. Aber als erstes Indiz werden wir nun erst recht aufmerksam! HE färbt Vaginalzellen (mal abgekürzt) magentafarben an. Frage: ist die Telekom weiblich? (Ohne mal einen Scherz zu machen, kann man wissenschaftlich nicht gut arbeiten)
Sollte sich also ein Hinweis herausfinden lassen, geht es nun um den Nachweis von weiblichen Zellen. Dazu werden weitere Spuren entnommen und wir benötigen hier zusätzliche Färbemethoden:
- Wir setzen die sogenannte Lugolsche Lösung ein, sie färbt Vaginalepithelzellen dunkelbraun bis schwarz. In der Forensik wird das leider oft unterschätzt. Hier geht es um den Nachweis stark glykogenhaltiger Zellen. Und davon gibt es mehrere Arten.
- Es findet die Untersuchung nach Gram statt.
- Es wird über PAS Färbung untersucht.
Die vaginalen Zellen unterscheiden sich sehr gut von anderen. Sie sind mehrschichtig, mehrere Zelllagen übereinander.
Sie sind unverhornt. Im Gegensatz zur Epidermis der Haut entsteht keine Hornschicht.
Es gibt eine hohe Zellumsatzrate (Desquamation).
Tiefer gehen wir mal nicht. Was kann man nun genau erkennen?
In der forensischen Biologie ( bei uns 100% diskret, vertraulich, privat) lassen sich Vaginalepithelzellen anhand mehrerer Merkmale identifizieren:
- große plattige Zellform
- charakteristisches Kern- Zytoplasma- Verhältnis
- Glykogennachweis (z.B. Periodic- Acid- Schiff Reaktion) wie beschrieben
- Kombination mit DNA Analyse (und das mache ich nicht!)
Deshalb sind diese Zellen ein zentraler Marker bei Sperma/ Kontaktspurenanalysen (so nennt man das im Fachjargon).
Zusammenfassend:
SP positiv, PSA positiv, Sperma positiv
Ergebnis: Der Mann könnte sexuelle Kontakte gehabt haben, es kann eine ungewollte Teilejakulation durch Erregung gegeben haben, es könnte eine autoerotische Handlung stattgefunden haben.
SP positiv, PSA positiv, Sperma positiv, Vaginalepithelzellen positiv:
Es muss zu einem sexuellen Kontakt gekommen sein.
